Wednesday, August 09, 2006

Die Kondensator-Story

Ein ziemlich un-technischer, autobiographischer Musiker-Beitrag
von Gary Winter (Gitarre, Bass)




Kondensator: (Definition aus Lexikon)
Elektrisches Bauteil zum Speichern elektrischer Ladung bzw. Energie. Die einfachste Form stellt der Plattenkondensator dar.
...
Folienkondensatoren bestehen aus zwei übereinander gewickelten dünnen Metallfolien, zwischen denen sich als Dielektrikum (Isolator) ölgetränktes Papier oder Kunststofffolie befindet.
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Bei den in kleinsten Abmessungen hergestellten Keramikkondensatoren wird als Dielektrikum eine keramische Masse verwendet, auf die metallische Schichten meist aufgebrannt sind.


Manch’ einer scheint gleich reflexartig auf Durchzug zu schalten, wenn er das Wort „Kondensator“ hört; vielleicht fühlt man sich an den Physik-Unterricht erinnert, und hat heimlich ein schlechtes Gewissen, dass man das Alles nie richtig durchschaut hat...
Und überhaupt: wir sind ja Musiker, keine Techniker.

Aber halt! Hier soll es ausschließlich um sinnliches Erleben gehen. Das einzig wirklich „Technische“ wird die Zahl 0,022 sein, und das ist ganz simpel der Kapazitätswert des Kondensators, den man bei E-Gitarren und -Bässen am häufigsten findet. Keine Formel, kein abstraktes Gefasel - versprochen!

Also ready, steady, go:
Kaum zu glauben, dass diese kleinen bunten Röllchen aus einer Schublade im Keller, mit Drähten zum Anlöten an beiden Enden, vor etwa einem halben Jahr bei mir die größte Musikrevolution seit langem auslösten!

Ohne Übertreibung: nichts ist mehr wie vorher – meine Hörgewohnheiten haben sich verändert, mein Soundbewusstsein, meine Einstellung zur Musik sowie die Ziele, die ich damit erreichen will...
Die Kondensatoren waren zwar nur der Auslöser, aber:
Nicht nur höre ich andere Musik als zuvor, ich höre sie auch anders; ich spiele anders, und die vielleicht größte Veränderung bei alledem ist, dass ich wieder viel mehr spiele; dass ich zum reinen Vergnügen und wegen all’ der wunderbaren Klänge täglich stundenlang spielen könnte, wenn es die Umstände erlauben.
Gleichzeitig mit dieser rätselhaften Veränderung entstand auch eine vage Idee von einem neuen Projekt. Da ich aber merkte, wie weit der Weg dorthin diesmal sein wird – schließlich muss ich lernen, mich in komplettem Neuland zurechtzufinden, muss Sounds ohne Ende ausprobieren, programmieren usw. – schob ich vor den Beginn des eigentlichen Projekts erstmal eine luxuriös lange Experimentierphase. Ich gönnte mir Soundchecks für den Rest des Jahres; und als ich das zum ersten Mal sagte, war es vielleicht März!
Ein Soundcheck ist eigentlich ein kurzer Test vor Beginn eines Konzerts oder einer Aufnahme – bei mir sieht es aber jetzt ganz anders aus: es macht einen Heidenspaß, mit Sounds zu hantieren, ohne gleich den Druck zu haben, dass ein fertiges „Produkt“ dabei herauskommen muss... Eine sonst meist eher lästige Nebensache ist bei mir ins Zentrum gerückt und hat eine eigenständige Bedeutung erlangt.

So – wieder zurück auf Anfang – wie kam es nun eigentlich zu dem Ganzen, und was sollen denn die Kondensatoren damit zu tun haben?
Kondensatoren befinden sich fast in allen analogen Elektronik-Einheiten, wo sie die Aufgabe haben, elektrische Spannung zu speichern. Sie stellen außerdem eine Barriere für Gleichstrom dar, während sie Wechselstrom umso besser durchlassen, je höher die Frequenz ist. Hier kommt dann auch die Musik ins Spiel, denn in praktisch jeder E-Gitarre und jedem E-Bass (außer mit Aktiv-Elektronik – Einschränkung für Insider...) sind Kondensatoren an die Klangregler angelötet (letztere werden im folgenden auch „Tone-Potis“ genannt).
Dort bewirken sie eine Frequenzdämpfung, je nachdem, wie weit der Regler zurückgedreht wird. Die Art der Dämpfung und damit der Klangcharakter des ganzen Instruments (wie ich später feststellte) hängt einerseits vom elektrischen Wert des Kondensators ab, andererseits auch von dessen Bauweise.
Alte Kondensatoren waren aus extrem dünner Kupferfolie gewickelt, auf der die Spannung gespeichert wird, und mit einer Trennfolie zwischen den Wicklungsschichten versehen. Sie hatten die Form einer Rolle (siehe Bild), mit Drähten zum Anlöten, die an beiden Enden herausgeführt sind. Diese sind manchmal zusätzlich ummantelt.
Die legendären Kondensatoren in einer Gibson Les Paul Gitarre aus den 50er-Jahren waren schwarz, ziemlich groß und hatten bunte Streifen, weswegen sie den Spitznamen „Bumblebees“, zu deutsch „Hummeln“ bekamen. Andere schwarze Brummer mit rotem Aufdruck heißen „Black Beauties“. „Sprague“ ist ein weiterer Name, der da manchmal fällt. Das sind die Kult-Teile, ihr Sound war weich und hatte einen unverwechselbaren Glanz – so sagen zumindest Vintage-Kenner.

Irgendwann in den 60er-Jahren begannen die Hersteller verschiedener (oder aller?) E-Gitarren damit, viel billigere und kleinere Keramik- Kondensatoren einzubauen, die inzwischen auf den Markt gekommen waren und sowohl Geld als auch Platz sparten.
(Ein bisschen sehe ich darin eine Parallele zur Einführung von Transistorverstärkern anstelle der alten Röhrenverstärker; auch die damit einhergehende Klangveränderung ist in beiden Fällen ähnlich – von Wärme zu Kälte, könnte man sehr pauschal sagen.)


Bumblebees neuer Bauart



Der elektrische Wert der neuen Billig-Kondensatoren war derselbe wie vorher – deshalb dachten sowohl Techniker als auch die verantwortlichen Entscheidungsträger in der Gitarrenindustrie wahrscheinlich, dass es nur logisch sei, zu sparen, und bemerkten kaum die subtile Änderung des Klangcharakters.
Der Kondensator am Tone-Poti färbt den Sound auch, wenn es ganz aufgedreht bleibt, und damit scheinbar gar nicht wirksam ist – man hört den Kondensator also immer! Zumindest, wer feine Ohren hat...


Links ein Keramik-Kondensator, rechts Folien-Kondensatoren.

Aber wer schaut schon mal in das Elektrik-Fach seiner Gitarre? Oder wer entfernt schon bei einer Stratocaster alle Saiten, löst 11 Schrauben, klappt das Schlagbrett hoch und macht sich dann Gedanken über ein winziges Teil da drinnen?
Da auch mehrere andere Komponenten ganz stark zum Sound einer E-Gitarre beitragen, besonders der Verstärker und dessen Klangeinstellung, konnte so etwas eher Unauffälliges, Subtiles schon mal untergehen...
Vielleicht empfand man damals zunächst auch den kälteren Sound der Keramikkondensatoren als moderner und zeitgemäßer, und damit positiv – man darf nicht unterschätzen, dass die alte analoge Technik (auch z.B. Röhrenverstärker, die heute Kult sind) damals mit dem Makel behaftet war, nicht ganz originalgetreu, in der Sprache der Tontechniker „linear“ zu sein, und dass diese sich stets nach einer besseren, klareren Wiedergabe sehnten. Erst im Nachhinein sieht Vieles anders aus.
Klangverfärbungen können einem Sound einen ganz eigenen Charakter, sogar ein Charisma geben, auch wenn die Wiedergabe unlinear ist. Den Wert der alten Technologien konnte man aber erst schätzen, nachdem ein direkter Vergleich mit einer „moderneren“ Technik möglich war – v.a. nach dem langen MIDI-Leidensweg, den die 80er Jahre uns auferlegt haben.

Bis heute scheinen sich – bei allem grassierenden Vintage-Kult – jedoch nur ein paar eingefleischte Gitarrenbastler mit der speziellen Frage zu beschäftigen, welche Kondensatoren wie klingen. Weiterhin ist das gesamte Thema auch unter Gitarristen ziemlich unbekannt, und wird von Technikern ein bisschen belächelt. Was soll schon der Unterschied sein, wenn der Messwert gleich ist? Ich dagegen hatte einfach Glück:

Als „Gitarre & Bass“-Abonnent stieß ich (da ich ja mein Magazin nicht nur durchblättere, sondern als Ideengeber benutze) im Juni 2005 auf einen Artikel des Autors Udo Pipper: er schilderte die Möglichkeit, den Sound einer E-Gitarre (v.a. einer Gibson Les Paul) durch Austausch der Kondensatoren zu verändern. Er war eher vorsichtig damit, diese Veränderung zu beschreiben, und riet, es einfach zu probieren, da nur zwei Lötstellen geändert werden müssten. Es sei halt eine Geschmacksfrage.

Ich biss an und war mehr als interessiert; zumal ich eine Epiphone Les Paul Custom besitze, die ich schon mit sehr gut klingenden Häussel-Pickups aus deutschen Landen ausgestattet hatte. Das ist zwar keine „echte“ Les Paul, aber ich hatte mal das Gerücht gehört, dass man auch einen Nachbau mit besseren Pickups in die Nähe einer „echten“ bringen könne. Angesichts meiner Finanzen hatte ich dann ein paar Tuning-Versuche der Anschaffung des Originals vorgezogen. Vielleicht würden ja andere Kondensatoren noch weitere Verbesserungen bringen...

Doch ich wurde wieder abgelenkt, und eine Fotokopie jenes Artikels verbrachte etwa ein halbes Jahr in einem Ablagen-Schuber. Fast hätte ich mein Vorhaben schon wieder abgeschrieben, weil’s mir zuviel Action war.
Doch irgendwann fiel mir plötzlich ein, dass mein verstorbener Vater, der Elektronik- und Röhrenbastler war, eine Menge alte Teile, darunter auch Kondensatoren, im Keller hatte. Sicher war da auch der richtige Wert für E-Gitarren mit dabei! Ich fand heraus, dass eine Kapazität von 0,022 mF der meistverwendete war.
Und ich wurde fündig – da leuchteten mir in grün, gelb, mattbraun, usw. viele elektronische Kleinteile entgegen, die richtig alt aussahen, und teilweise schon in viele Geräte eingelötet gewesen waren.

Ich zögerte, ob ich es wagen sollte. Aber ich besitze Grundkenntnisse im Löten, und man kann das ganz einfach wieder rückgängig machen. Man musste nur seinen inneren Schweinehund überwinden- irgendwann traute ich mich einfach mal heran, nachdem ich ein besonders antik aussehendes Pärchen 0,022er gefunden hatte. Die sahen schon nach Vintage-Sound aus- und den brachten sie auch!
Meine Gitarre klang zwar danach nicht wie ein ganz anderes Instrument, aber alles war ganz leicht von einem silbrigen weichen Schimmer umgeben, während der Grundklang ein wenig enger und kerniger wurde. Drehte man das Tone-Poti zurück, so nahmen sogar die Bässe etwas zu! Das Ding regelt doch normalerweise nur die Höhen...

So etwas hatte es vorher noch niemals gegeben. Auf einmal war der gedämpfte Sound beider Tonabnehmer immer noch präsent und durchsetzungsfähig – früher hatte ich meinen Schülern stets empfohlen, bloß nicht zuzudrehen, da sonst der Ton verwaschen und matt wurde.
Mein Klangregler war plötzlich brauchbar- es machte Spaß, in verschiedenen Zwischenschattierungen zu spielen. Und was herauskam, erinnerte sogar über meinen transistorbestückten Akustikgitarren-Amp an authentische Klänge alter 60er-Jahre-Rockmusik. Röhren alleine machen es also nicht aus!
Ich war wie gebannt- so krass hatte ich mir die Veränderung lange nicht vorgestellt, und musste erstmal reiflich überlegen, ob ich wirklich auf die gewohnte Klangabstimmung verzichten konnte. Denn eines war klar: ganz die alte würde meine geliebte getunte Epiphone danach nicht mehr sein. Druckvolle, moderne Rocksounds waren zwar nicht prinzipiell unmöglich, aber die Gesamttendenz der Gitarre ging eher in die Vintage-Richtung – vielleicht würde sie dann weniger vielseitig sein.
Aber ich erkannte bald, dass mein neuer Sound eher etwas war, wonach ich schon lange gesucht hatte. (Sozusagen hat mir dabei posthum auch noch mein Vater geholfen, abgesehen von Udo Pipper, der inzwischen zu meinem Lieblingsautor über Gitarrensounds und Verstärker avanciert ist...)
Es war mir auf einmal auch egal, ob meine Epiphone jetzt stärker nach einer echten Gibson klang- sie hatte Charakter, und der gefiel mir!
Ich fing an, völlig enthemmt meine vier E-Gitarren und zwei Bässe mit neuen Kondensatoren auszustatten (ich habe auch ein paar wertvollere Instrumente als die Epiphone, mit der ich das Tuning begann), und war jedes Mal aufs Neue überrascht, welch frischen Wind die Teile in den Sound brachten. Bei jedem Instrument ergab sich eine andere, unvorhergesehene Umfärbung des Klangs – und das in jeder Tonabnehmer-Einstellung, ob verzerrt oder unverzerrt. Doch auch Kondensatoren gleichen Wertes, aber unterschiedlicher Fabrikate klingen in derselben Gitarre jeweils anders! Man muss wirklich die Einzelstücke ausprobieren, wenn man z.B. aus alten Radios welche ausbaut. Meistens ist das Ergebnis aber so oder so interessant und neu, und die Prozedur lohnt sich schon alleine deshalb.

Vollends überzeugt war ich aber, als mein 80er-Jahre-Edelbass nach Experimenten mit diversen Kondensatoren, deren Werte auch vom Original abwichen, plötzlich ein sattes Bass-Pfund bekam, das ich ihm wegen seines äußerst flachen Halses gar nicht zugetraut hätte. Ich verstand sofort, dass es genau dieser Klang war, den ich jahrelang vergeblich versucht hatte, aus ihm herauszukitzeln: das Ding war also bloß auf den damals modischen, hellen Bass-Sound abgestimmt gewesen! Und zwar in der Elektrik, und die kann man verändern.
Eine alte Ibanez-Gitarre von 1971, ein SG-Nachbau, bekam durch neue Kondensatoren endlich Höhen. Meine Theorie bis dahin war gewesen, dass ihre Tonabnehmer nur Mumpf brachten und nichts taugten. Jetzt, mit mehr Höhen, gefällt mir ihr leicht kaputter Charakterklang umso besser.

Natürlich sind Kondensatoren auch nur Bausteine in einer langen Kette von Faktoren, die den Klang formen, und sie sind mit Sicherheit kein Allheilmittel. Bei mir war das sinnliche Erlebnis eines neuen Klanges jedoch der Auslöser für eine ganze Reihe von Beschäftigungen mit neuen Themen, und es zog Kreise. Ich begann, viel öfter auf meinen Instrumenten zu spielen, ohne Erfolgszwang, nur um Sounds zu testen; indirekt übte ich dadurch aber wieder mehr. Ich begann, mich insgesamt stärker für das Thema Sound-Tunings, Röhrenverstärker und den so genannten Vintage-Sound zu interessieren. Ich betrieb systematische Nachforschungen, und bin seitdem von der Entdeckung neuer, alter Musikwelten inspiriert.















Ich baute auch alte Kondensatoren in die Gitarren einiger Schüler ein, mit ebenfalls guten Ergebnissen. Ich bestellte ein paar hochwertige Jensen-Kondensatoren sowohl für mich als auch für ein paar Schüler, und ein Paar Bumblebees für den Besitzer einer echten, aber neuzeitlichen Les Paul Custom von Gibson. Dabei bin ich noch lange kein Techniker oder Tuning-Experte, aber es ist wirklich einfach, zwei Drähte abzulöten, und zwei andere wieder hin. Lötzinn riecht sogar irgendwie gut, und man kann innerhalb von drei Minuten nach Beginn mit Klang-Tests loslegen!

In der Hauptsache bleibe ich bei alledem aber Musiker und „Klangästhet“ - will sagen, niemand, der einen solchen Weg geht, muss sich mit Formeln und technischem Kleinkram herumschlagen. Man kann es einfach ausprobieren. Wer jedoch über keinen ererbten Vorrat an Kondensatoren verfügt, wie ich (der aber inzwischen auch aufgebraucht ist), der kann z.B. im Internet welche bestellen. Wichtig: Folienkondensatoren! Und besser Kupferfolie als Polypropylen- wobei ersteres nicht ganz billig sein kann. Auf keinen Fall Keramik, obwohl es da auch Unterschiede geben soll.


Jensen aus Dänemark stellen Spitzenkondensatoren für audiophile Zwecke her. Dann muss man je nach Typ aber schon knapp 28 Euro hinlegen. Je nach Instrument braucht man einen oder zwei Kondensatoren, das sollte man vorher herausfinden. Und die Bumblebees der alten Gibsons genauso wie die edlen Jensens sind fette Brummer, um Einiges größer als die zuvor eingelöteten Keramikwinzlinge. Ich habe allerdings noch kein Elektronikfach gesehen, wo man sie nicht trotzdem untergebracht hätte.

Es gibt übrigens bei Kondensatoren eine Einspielzeit, d.h. so, wie eine Gitarre eingespielt, ein Auto eingefahren werden muss, so muss ein neuer Kondensator erstmal eine Weile benutzt werden, bis er sein Potenzial entfaltet...
(Das war mein Glück: Teile im Keller, und bereits in mehreren Geräten gebraucht, so dass sie „eingespielt“ waren.)
Wer weniger Geld ausgeben will, nimmt Kondensatoren aus dem gängigen Elektronikhandel, oder kann es auf Elektronik-Flohmärkten versuchen...
Zu diesem Thema sollte man außerdem im Gitarre & Bass-Heft 6/05 den besagten Artikel von Udo Pipper nachlesen. Er beschreibt zudem noch eine andere Verdrahtung der Kondensatoren, wie sie in Vintage-Gitarren üblich war. Habe ich auch ausprobiert...

Noch mal meine Hauptthesen:

• Die Kondensatoren sind ein zu Unrecht vernachlässigter Bereich der Gitarren- und Bass-Elektronik, in dem großer Einfluss auf die klangliche Grundabstimmung eines Instruments genommen werden kann.
• Hochwertige Folienkondensatoren werten das Gitarrensignal deutlich auf (dennoch behaupten immer wieder auch mal Leute, keinen Unterschied zu hören - damit muss man sich abfinden...).
• Die größten fassbaren Unterschiede zu billigen Keramik-Kondensatoren bestehen in weniger harschen Höhen, und einer stark verbesserten Wirkungsweise der Tone-Potis.

Die Sound-Veränderungen, die der Austausch durch einen hochwertigen Kondensator bringen kann, erfüllen vielleicht sogar zum Teil das, was sich Viele von Röhrentechnik und Röhrensounds erwarten („weich und warm“). Röhren werden aber gerade – man sieht es an der Werbung – zum Klischee und zur Masche. Wer wirklich authentische Vintage-Sounds haben möchte, sollte sich zusätzlich noch an anderen Fronten umtun. Wobei natürlich das Beste eine Kombination von allem ist: eine gute Gitarre mit gut klingenden Kondensatoren über eine guten Röhren-Amp gespielt! Es handelt sich um ein insgesamt recht komplexes Thema – man würde das hier Gesagte komplett missverstehen, wenn man jetzt denkt: ein neuer Kondensator bringt mir den Original Vintage-Sound. Dazu gehören endlose Überlegungen vom Plektrum bis hin zum Lautsprecher; aber eine davon betrifft eben die Kondensatoren...


Ein weiterer Tipp zum Schluss:

Wenn der Volumen-Regler einer Gitarre beim Zurückdrehen nicht nur leiser, sondern leider auch viel dumpfer macht, dann lohnt sich ein Austausch der Regler selbst. Das ist nicht teuer, und man kann sich auch die hochwertigste Marke (CTS) noch leisten. Dabei ist der Lötaufwand schon etwas höher, und man muss sich vorher eine deutliche Skizze machen, wie das Poti verdrahtet war, an dem man gerade arbeitet. Dass man nicht alle auf einmal ablötet, nur um komplett den Überblick zu verlieren, versteht sich dabei eigentlich von selbst.
Gerade bei einer Les Paul können die zusätzlichen Höhen, die so ein Austausch bringt, den Klang präsenter und durchsetzungsfähiger machen, aber ich habe auch bei einer alten Stratocaster, die ein schrecklich schlechtes oder altersschwaches Poti hatte, damit den Sound vom Mumpf befreien können.

Das sind meine bisherigen Erfahrungen – jetzt seid ihr dran!

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